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Intelligente Planung für intelligente Zähler


Die Installation intelligenter Zähler (so genannter "Smart Meters") verspricht viele Vorteile: minimierter Verbrauch von Ressourcen wie Strom, Gas und Wasser, niedrigere Kosten, bessere Informationen für Versorgungsunternehmen und Kunden, verbesserte Datengenauigkeit und ein umweltbewusster Umgang mit Energieversorgung und -verbrauch.

Intelligente Zähler bieten sowohl den Energieversorgern als auch den Kunden Echtzeit-Informationen über den Verbrauch. Die Anbieter können die Kosten senken und den Kundenservice verbessern, weil sie nicht mehr extra einen Mitarbeiter zum Ablesen von Zählern entsenden und keine Rechnungen mehr verschicken müssen, die nur ungenaue Schätzwerte über den Verbrauch eines Kunden enthalten und für Unternehmen und Kunden gleichermaßen frustrierend sind. Die Kunden können in Echtzeit ihren Verbrauch und die Kosten einsehen, einschließlich höherer Preise zu Spitzenlastzeiten, die zum Energiesparen animieren sollen.

Dennoch steckt die globale Nutzung intelligenter Zähler noch in den Kinderschuhen, da ihre Einführung durch eine Kombination aus folgenden Gründen verhindert wird: Kosten für den Austausch der Geräte, Kundenapathie/-widerstand (wenn Kunden die intelligenten Zähler nicht verwenden, verringert sich der Wert des Programms), Hürden der Regulierungsbehörden und die Eigentumsfrage der Zähler. Andere Herausforderungen wie die Logistik, die der Austausch von Tausenden von Zählern vor Ort erfordert, haben eine ähnlich abschreckende Wirkung. Versorgungsfirmen, die nicht alle Aspekte von der Durchführung ordentlicher Schulungen über den Austausch bis hin zum Management einer kleinen Armee an eigenen Außendiensttechnikern sowie Subunternehmern berücksichtigen, riskieren eine Vielzahl verschiedener Probleme, die ihre Pilotprogramme und andere ambitionierte Projekte ins Chaos stürzen und den Zorn der Kunden hervorrufen könnten.

Dieser Artikel untersucht die Entwicklung der intelligenten Zähler, ihre Vorteile für Versorgungsunternehmen und Kunden sowie einige der Herausforderungen, die von den ersten Anbietern zu meistern sind. Eine Vorausplanung aller Aspekte, von der Regelkonformität bis hin zum Austausch der Zähler, wird die Chancen eines Versorgungsunternehmens auf eine reibungslose Einführung intelligenter Zähler bei seinem gesamten Kundenstamm erheblich verbessern und zu Kosteneinsparungen und zufriedeneren Kunden führen.

Funktionsprinzip

Im Allgemeinen handelt es sich bei intelligenten Zählern um digitale Geräte, die Versorgungsunternehmen und Kunden in Echtzeit genaue Informationen über den Verbrauch von Strom, Wasser und Gas liefern. Sie können den Verbrauch über beliebige Zeiträume messen, ob 15 Minuten oder mehrere Stunden. In Abhängigkeit von dem Zeitraum sendet der Zähler aktuelle Verbrauchsinformationen an das Versorgungsunternehmen, das jetzt nicht nur eine bessere Echtzeit-Darstellung des Verbrauchs eines bestimmten Kunden hat, sondern der gesamten Netzbelastung.

Dank der Verwendung von leicht verständlichen digitalen Anzeigen können die Zähler auch die Kunden über ihre aktuellen Verbrauchskosten informieren. Einige Zähler basieren auf drahtlosen Mesh-Netzen, wodurch den Versorgungsunternehmen und Kunden Kostenersparnisse durch die Regulierung von Thermostaten in Spitzenlastzeiten ermöglicht werden.

Intelligenz zahlt sich aus

Intelligente Zähler können Versorgungsunternehmen und ihren Kunden in fünf Bereichen klare Vorteile bieten: Bedarfsmanagement, verbesserte Rechnungsstellung und Kundenservice, Vereinfachung von integrierter Mikrogeneration, erleichterter Anbieterwechsel und besseres Netzwerkmanagement.

Bedarfsmanagement liegt jedem Versorgungsunternehmen am Herzen, weil sich dies letztendlich auf die Kosten und Richtlinienkonformität auswirkt. Mit intelligenten Zählern können Versorgungsunternehmen im Detail sehen, wie viel Strom, Wasser oder Gas ein Kunde in Echtzeit zu verschiedenen Tageszeiten verbraucht. Durch Weitergabe dieser Informationen an die Kunden und höhere Energiepreise in Spitzenlastzeiten können Versorgungsunternehmen die Kunden zu mehr Sparsamkeit motivieren. Zum Beispiel statten einige Energieversorger die Kunden mit farbcodierten Zählern aus, die den Preis für eine Kilowattstunde in Abhängigkeit von der Tageszeit angeben, damit die Kunden wissen, dass das Einschalten der Geschirrspülmaschine in den späten Abendstunden weniger kostet als zwischen 14 und 19 Uhr. Andere Versorgungsunternehmen bieten Kunden die Option, die Klimaanlage des Kunden während der Spitzenlastzeiten per Fernsteuerung herunterzuschalten. Dies spart dem Kunden Geld und verringert die Nachfrage im Netz. Indem die Versorgungsunternehmen den Kunden ermöglichen, gute Entscheidungen über ihren Energieverbrauch zu treffen, können sie selbst vorausschauende Planungen zur Energieerhaltung und -einsparung anstellen, indem sie sich zum Beispiel gegen den Bau eines weiteren Kraftwerks entscheiden, wenn dies nicht erforderlich ist.

Verbessertes Rechnungswesen heißt, dass die Kunden genau wissen, wofür sie zahlen. Normalerweise verlassen sich Versorgungsunternehmen auf Schätzungen schlecht zugänglicher Standardzähler. Intelligente Zähler ermöglichen die drahtlose Übermittlung genauer Informationen, so dass Versorgungsunternehmen genaue Rechnungen ausstellen können und die Kunden wissen, wofür sie zahlen, weil sie den tatsächlichen Verbrauch auf dem Zähler gesehen haben.

Intelligente Zähler können Programmen zur Mikro-Stromerzeugung zu einer breiteren Akzeptanz verhelfen. Mikroerzeugung fördert einen grüneren und nachhaltigeren Umgang mit Energie, indem mit Solar- oder Windkraft lokal oder regional erzeugter Kraft-Wärme-Strom eingesetzt wird. Während konventionelle Zähler nur den Strom messen können, der beim Kunden ankommt, können intelligente Zähler bei der Mikroerzeugung auch die überschüssige Energie messen, die Kunden wieder an das Netz zurückgeben wollen. Mit anderen Worten sehen Kunden nicht nur ihre Kosten, sondern auch die Gewinne, die sie durch nicht benötigte Energie gemacht haben.

Bei einem Wechsel des Stromanbieters oder einem Umzug mussten die Versorgungsunternehmen stets einen Techniker zum Ablesen des Zählers schicken. Intelligente Zähler ermöglichen es den Anbietern, per Fernablesung akkurate Anfangs- und Endstände der Zähler zu ermitteln, wodurch die Kosten reduziert und der Kundenservice verbessert wird.

Intelligente Zähler können Versorgungsunternehmen auch zu einem besseren Management ihrer Netzwerke verhelfen. Die Anbieter müssen ständig die Strommenge, die in die Verteilungssysteme fließt, mit der vom Kunden verbrauchten Menge abgleichen. Intelligente Zähler bieten ihnen eine sofortige Anzeige dieser Bilanz, so dass sie genauere Informationen über Übertragungsverluste, Diebstahl und Betrugsfälle erhalten. Intelligente Zähler informieren die Versorgungsunternehmen auch sofort über Stromausfälle, wodurch sie Probleme schneller als früher lösen können.

Die Eigenschaften intelligenter Zähler

Intelligente Zähler erfordern von den Versorgungsunternehmen und ihren Kunden eine grundlegende Umstellung. Sie verändern die Beziehung zwischen den beiden Parteien, weil Informationen ausgetauscht werden und nicht mehr einseitig an die Kunden weiter gegeben werden. Sie verändern die Geschäftsmodelle der Versorgungsunternehmen von Grund auf, da sie ihnen genaue Informationen über die Bereitstellung und den Verbrauch geben sowie bessere Möglichkeiten, die Kunden zum Energiesparen zu animieren.

Aufgrund dieser drastischen Umstellungsanforderungen werden intelligente Zähler bisher eher zögerlich eingesetzt. In den Medien wurde viel über Projekte wie die Einführung intelligenter Zähler durch das italienische Energieunternehmen Enel SpA für alle seine fast 30 Millionen Kunden berichtet, wobei die Funktionsfähigkeit der Technologie bestätigt werden konnte. Seit dem Startschuss für das 2 Milliarden Euro teure Projekt rechnet Enel mit einer jährlichen Ersparnis von 500 € für Energieerhaltung und verringerte Personalkosten.

Programme zur Einführung intelligenter Zähler laufen gerade in Großbritannien, Schweden, in der Türkei, Australien und Ontario. In den USA führen Versorgungsunternehmen in Kalifornien, Texas und Illinois in weiten Teilen intelligente Zähler ein, und in Washington, D.C., New Jersey und Baton Rouge sind Pilotprojekte geplant oder bereits realisiert.

Die Federal Energy Regulatory Commission schätzt, dass intelligente Stromzähler in etwa sechs Prozent aller Haushalte und Unternehmen in den USA installiert sind. Der Branchenanalyst Datamonitor prognostiziert, dass bis 2012 89 Prozent aller US-Haushalte und 41 Prozent aller europäischen Haushalte mit intelligenten Stromzählern ausgestattet sein werden, motiviert durch neue Gesetze zur Energieerhaltung.

Intelligente Planung

Unabhängig vom Zeitrahmen, den sich ein Energieversorger für die Einführung von intelligenten Zählern gesetzt hat, sollte er jetzt mit der Planung für die Einführung beginnen. Mit Massen an Last- und Lieferwagen verstopfte Straßen, nicht eingehaltene Termine, unsachgemäß installierte Zähler, frustrierte Kunden, die sich nicht mit der Bedienung der Zähler auskennen - dies sind nur einige Probleme, die Energieversorger bei der Realisierung einer solch radikalen Umstellung vermeiden können.

Auch wenn ein Energieversorger nur eine schrittweise Installation plant, wird er wahrscheinlich mehrere Subunternehmer für den Austausch der Zähler benötigen. Regelmäßige Wartungsarbeiten, Reparaturen und Notfälle, wie zum Beispiel ausgefallene Stromleitungen oder austretendes Gas, sind auch weiterhin von den Technikern zu erledigen.

Dieses Planungssystem sollte aber auch Variable wie Schulung, Probleme mit schwer zugänglichen konventionellen Zählern, Probleme nach der Installation oder mit Landkarten/Routen??? berücksichtigen. Eine automatische Umleitung und Neueinteilung der Techniker bei Notfällen und die Umlegung von Terminen bei plötzlichen Kundenaufträgen sollte ebenfalls möglich sein.

Da sich ein pünktlicher und effizienter Zähleraustausch auf die Zufriedenheit der Kunden auswirken wird, ist es im Sinne der Energieversorger, Entscheidungen zu automatisieren, wie zum Beispiel welcher Techniker mit welchen Qualifikationen und Werkzeugen wann zu welchem Auftrag und Ort entsendet werden soll. Das Planungssystem sollte über eine Fahrtstreckenoptimierung verfügen, um sicherzustellen, dass die Techniker auf ihrem Weg von einem Auftrag zum nächsten ihre für den Austausch von Zählern verfügbare Zeit maximieren und die Zeit auf der Straße minimieren. Ein Routingsystem auf der Grundlage geographischer Informationssysteme (GIS) stellt sicher, dass jeder Techniker anhand eines klaren Tourenplans durch seine täglichen Aufträge geleitet wird. Automatisierte Verkehrsaktualisierungen, die mit dem Planungssystem verbunden sind, ermöglichen den Energieversorgern das Treffen fundierter Entscheidungen über eine mögliche Umleitung der Techniker, um Verkehrsstaus zu vermeiden.

Um stets auf dem neuesten Stand zu sein und eine pünktliche Auftragserledigung und Produktivität zu garantieren, können Versorgungsunternehmen globale Positionierungssysteme (GPS) einsetzen, um genau zu sehen, wo sich die Techniker oder ihre Lieferwagen während des Tages befinden. Die Ausstattung der Techniker mit mobilen Geräten zur Berichteingabe ermöglicht den Managern den Zugriff auf stets aktuelle Informationen bei Erledigung eines Auftrags und sorgen dafür, dass die Mitarbeiter ihre Berichte bereits bei Abschluss der Arbeiten anfertigen können und nicht ihren Abend damit zubringen müssen.

Die Automatisierung des Workforce-Managements beim Austausch intelligenter Zähler ist für Versorgungsunternehmen ein entscheidender Schritt, um eventuelle Sorgen der Kunden über die Komplexität und Zuverlässigkeit der neuen Technologie im Keim zu ersticken. Wenn der Austausch reibungslos vonstatten geht, entwickeln die Kunden mit größerer Wahrscheinlichkeit Vertrauen, dass sie mit dem intelligenten Zähler Geld sparen können. Und schließlich ist dies die Hauptantriebskraft für die globale grüne Bewegung.